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5. Februar 2026

Mein Name ist Giovanna Ranucci, ich bin 28 Jahre alt, komme aus Italien und engagiere mich ehrenamtlich im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps, finanziert von der Europäischen Union, in der Türkei bei der Pi-Jugendvereinigung.

Als ich in Izmir ankam, hatte ich ehrlich gesagt keine Ahnung, was mich erwarten würde – außer dem klassischen Klischee einer „wunderschönen Küstenstadt“. Und nun sitze ich hier im November und schreibe diesen Artikel, immer noch mit Sonnenbrille. Für mich als Italienerin, die im nebligen Mailand lebt, war das Klima in Izmir ein sanfter (und sonniger) Kulturschock. Die Kombination aus großstädtischer Energie und einem überraschend entspannten Tagesrhythmus lässt die Stadt wie eine Mischung aus europäischer Metropole und gemütlichem Küstenort wirken, wo niemand in Eile ist.
Lust auf ein Gespräch über das Leben am Meer? Sofortige Serotoninausschüttung.

Blick aufs Meer mit Smyrna im Hintergrund

Bevor ich hierher zog, wusste ich nicht, was eine Bombe ist (naja, ich wusste es schon, aber im Italienischen hat dieses Wort eine viel negativere Bedeutung als im Türkischen, haha).
Ich habe mittlerweile über fünfzehn Geschmacksrichtungen probiert und überlege ernsthaft, „Bombenexperte“ in meinen Lebenslauf aufzunehmen.
Doch Izmir hat neben den Süßigkeiten noch viel mehr zu bieten (im wahrsten Sinne des Wortes). Man trifft Menschen aus allen Teilen der Türkei und vielen anderen Ländern, jeder mit seiner eigenen Lebensgeschichte, seinen Erwartungen, Herausforderungen und Träumen.

Typisches türkisches Dessert

Eine der schönsten Überraschungen war, Menschen zu finden, die wirklich so denken wie ich. Wenn man ins Ausland zieht, stellt man sich auf einen Kulturschock, bürokratische Hürden und das Verlaufen im Busnetz (oder, im Fall von Izmir, im Izban) ein, aber man erwartet nicht unbedingt, sich bei den Menschen, die man erst eine Woche zuvor kennengelernt hat, schon wie zu Hause zu fühlen.
Die Freunde, die ich hier gefunden habe, geben mir genau dieses Gefühl: verstanden, inspiriert und geborgen zu sein. Wenn man von Menschen umgeben ist, die wachsen, Neues entdecken, lernen und gleichzeitig lachen wollen, erscheinen die eigenen Zukunftspläne größer, kühner und viel erreichbarer.

Bei Workshops in italienischer Sprache an Schulen sieht man mehrere Schüler, die konzentriert lernen, und Kursleiter, die erklären, was sie lernen.

Einer der Bereiche, in denen ich mich am meisten weiterentwickelt habe, war die Vorbereitung und Durchführung von Workshops.
Ich habe Italienisch-Workshops geleitet, die sich zu einem Ort entwickelt haben, an dem nicht nur die Sprache vermittelt wird, sondern an dem die Teilnehmer auch mit der Geschichte, den Traditionen und all den kleinen kulturellen Besonderheiten vertraut gemacht werden, die Italien zu dem machen, was es ist: Italien.
Der Austausch mit den einheimischen Studenten war eine große Freude: Sie teilen immer gerne neue Orte in der Stadt, kulturelle Tipps und natürlich die türkische Gastfreundschaft mit uns (die, seien wir ehrlich, einen eigenen TED-Talk verdient hätte).

Die Englisch-Workshops waren ein Riesenspaß: Spiele, Konversationsrunden, Aktivitäten, die Kreativität und Lachen förderten (manchmal etwas lauter als erwartet, aber das gehörte ja gerade dazu). Und im Englischunterricht im Kindergarten erlebte ich die kleinen, aber intensiven Freuden des Ehrenamts: die Kinder die neuen Wörter rufen zu hören, die sie gerade gelernt hatten, unerwartete Umarmungen zu bekommen und zu erkennen, dass selbst kleine Momente eine große Wirkung haben können.

                                                                                        Pädagogische Aktivitäten im Kindergarten: Zwei Betreuer spielen mit vier Kindern im Kindergarten.

Beruflich haben die letzten Monate meine Fähigkeit gestärkt, Workshops zu strukturieren, bei Planänderungen zu improvisieren (was ja ständig vorkommt) und Ressourcen auf unerwartete Weise zu entwickeln. Solche Fähigkeiten erwirbt man nur durch praktische Erfahrung, indem man sich anpasst, lernt und mit den Menschen vor einem sein Bestes gibt.

Institutionelles Foto: Fünfzehn Personen posieren für ein repräsentatives Foto des Treffens.

Ein weiteres Highlight war der Schulungskurs nach der Ankunft in Denizli.
Es brachte Freiwillige aus ganz Europa und Partnerländern zusammen und schuf so die perfekte Umgebung, um Kontakte zu knüpfen, ein Team zu bilden und Freundschaften mit Menschen zu schließen, die ich sonst nie kennengelernt hätte. Das machte die gesamte Reise unvergesslich. ESC größer, als ob man Teil von etwas Gemeinsamem und Bedeutungsvollem wäre.
Obwohl ich noch nicht viel gereist bin, habe ich in der Umgebung von Izmir schon ein paar kleine Abenteuer erlebt: Ich habe Alaçatı und Foça erkundet (zum Glück kam ich an, als es noch Sommer war) und bin durch das bezaubernde Dorf Şirince geschlendert, das übrigens perfekt ist, um Wein zu genießen und sich in einen Fantasyfilm hineinzuversetzen.
Diese Kurztrips haben mir gezeigt, wie reich und vielfältig die Region um Izmir ist.

Blick auf das Meer von Smyrna

Mit Blick auf die Zukunft

Wenn die ersten Monate schon so reich an Erlebnissen, persönlichem Wachstum und netter Gesellschaft waren, kann ich es ehrlich gesagt kaum erwarten zu sehen, was die Zukunft bringt.
Ich freue mich darauf, meine Fähigkeiten sowohl beruflich als auch persönlich weiterzuentwickeln und weiterhin mehr über die Türkei, die Welt und mich selbst zu erfahren.
Und im nächsten Blogbeitrag?
Macht euch bereit, denn ich melde mich bald mit Berichten von meinen nächsten Abenteuern in Istanbul und Ephesus zurück.
<3